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Reinersdorf

Als "Reynhartzdorff" wird es 1348 im Bamberger Zehentverlaßregister erstmals erwähnt. Die Bauern mussten 12 Simra (alte Maßeinheit) Getreide als Zehnten abliefern. Größter Grundherr war der Dompropst von Bamberg. Ihm gehörten fünf Güter, welche vom Propsteiamt Büchenbach aus verwaltet wurden. 1438 verkauften die von Maienthal Grundstücke aus Reinersdorf an Hans Rieter aus Nürnberg. Elf Jahre später wurde das Dorf im Markgrafenkrieg - genauso wie 1632 im Dreißigjährigen Krieg - völlig zerstört. 1688 standen bereits wieder zehn Häuser. 1818 gehörte das "Dorf" Reinersdorf (12 Haushalte, 17 Familien, 79 Einwohner) zum Steuerbezirk Hammerbach, zum Gerichtsbezirk Herzogenaurach und zum Rentamt Erlangen. Die Bürger unterstanden zudem noch von 1818-1848 dem Patrimonialgericht in Neuenbürg. 1854 wurde Reinersdorf der Postexpedition Weisendorf zugeteilt. 1860 zählte es 91 Einwohner, 90 Protestanten und eine Katholikin. 1972 erfolgte die Eingemeindung nach Weisendorf.
2008 wird die Ortsdurchfahrtstraße fertiggestellt, die trotz bedenken seitens der Bürger 2008 durch die Gemeinde beauftragt wurde.

31.12.2008: 100 Einwohner

 

Weisendorf

Weisendorf - vom Urhof zum Kleinzentrum


Der Ortsname:

Ursprünglich "Weizzendorf" - dies bedeutet soviel wie "Weißes Dorf" oder "Weizen-Dorf". Die Flurnamen "Weißes Feld" und "Weißer Berg" zeugen davon. Zum Dorf gehörte eine Mühle, zuletzt Wetzelmüle genannt, frühere Schreibweisen lauten u.a. "Weizzel-" bzw. "Weitz"-Mühle. Vergleiche mit anderen Orten desselben Namens belegen dies zudem.

1288:
Erste urkundliche Erwähnung von Weisendorf: Eberhard von dem Berge ist Lehensträger des Bistums Bamberg in "Weizzendorf". Er will zusammen mit seinen Kindern ins Kloster gehen. Deswegen tauscht er mit seinem Vetter Heinrich Weisendorf gegen drei Güter in Dambach.
Keimzelle Weisendorfs ist das Anwesen Hauptstraße Nr. 2. Es war der erste Hof, 1626 noch als Junkerngut bezeichnet, und wurde wohl von Büchenbach aus gegründet. Aus ihm entstand der spätere Rittersitz mit geschlossenem Grundbesitz, während die hinzu gesiedelten Bauern mit ihren Höfen, alle zwischen dem heutigen Schloss und dem Rathaus gelegen, ein Gewann-Dorf bildeten.

1288 - 1438: Die Ritter von Berg
Sie bauen in Weisendorf auf dem Gilgenberg östlich der heutigen Auracher Bergstraße einen steinernen und beheizbaren Wohnsitz ("Kemenate"), der ab 1397 "Burg" genannt wird, verarmen wie viele ihrer Standesgenossen und werden zu Raubrittern. Der kaiserliche Landrichter aus Nürnberg zerstört daraufhin 1397 den Weisendorfer Wohnsitz derer von Berg völlig. Das Geschlecht stirbt im Mannesstamme aus. Die Nichte des letzten Berg heiratet Arnold von Seckendorff.

1438 - 1626: Die Linie Seckendorff-Nold
Im ersten Markgrafenkrieg wird 1449 das Weisendorfer Schloss vom Nürnberger Feldhauptmann Reuß von Plauen erobert und niedergebrannt. Es kommt zu schweren Leiden für die Bevölkerung. Im Landshuter Erbfolgekrieg 1504/5 wird Balthasar von Seckendorff von Nürnberger Truppen bis Weisendorf verfolgt, der ganze Ort brennt mit Ausnahme der Kirche nieder. Sein Sohn Friedrich Joachim baut gemäß der damaligen Mode gegenüber dem Junkerngut ein befestigtes Wasserschloss.

1539:
Übertritt zur Lehre Luthers.

Im zweiten Markgrafenkrieg plündern und brandschatzen 1552 erneut Nürnberger Soldaten den Seebachgrund und damit Weisendorf.

1626 - 1650: Die Truchsesse von Wetzhausen
Mitten im seit 1618 tobenden Dreißigjährigen Krieg kaufte der in schwedischen Diensten stehende fränkische Oberst und Befehlshaber in Franken, Wolf Dietrich Truchseß von Wetzhausen, das Schloss für seine italienische Geliebte und sich. 1632 übertrug er die Herrschaft seinem Bruder Philipp Albrecht. In diese Zeit fällt die Zerstörung des Ortes und vieler Dörfer ringsum. Die Gegend wurde teilweise menschenleer, in Weisendorf überlebten allerdings einige Einwohner den Krieg.

1650 - 1689:
Major Martin Ballhorn vom Wrangelschen Leibregiment erwirbt das Rittergut Weisendorf und eignet sich Grund und Boden aus früherem Gemeindebesitz an. Er ist wie alle späteren Schlossbesitzer katholisch und beginnt mit der Rekatholisierung des Dorfes, was in den kommenden Zeiten zu einer gemischt-konfessionellen Bevölkerung mit heftigen Auseinandersetzungen führte.

1689 - 1761:
Unter Hans Georg Freiherr von Lauter, Amtmann des Bistums Bamberg in Höchstadt und Wachenroth, gehören jetzt zur Gutsherrschaft neben dem Schloss 29 Höfe, die Mühle, eine Brauerei, die Ziegelhütte und das Hirtenhaus. Dazu kommen zwei Güter in Schmiedelberg, zwei in Oberlindach und je eines in Sauerheim und Arnshöchstädt. In dieser Zeit entstand die Vorstadt, wo der Freiherr Handwerker und Tagelöhner - meist katholisch - ansiedelte.

Freiherr von Lauter lässt das Schloss in seiner bis heute erhaltenen Form neu erbauen. Als Vorbild dient Seehof bei Bamberg.

1723 übernehmen die Töchter Barbara von Brandenstein und Sybilla von Hanstein die Herrschaft. Sybillas Enkel Damian Joseph und Franz Maximilian von Langen können wegen ihres aufwändigen Lebenswandels das Gut nicht mehr halten und müssen verkaufen.

1761 - 1784:
Der Geheime Rat, Kammerherr und Obrist-Leutnant Freiherr Philipp Wilhelm von Bibra erwirbt das Rittergut Weisendorf und lässt die katholische Schlosskapelle vergrößern. Während des Siebenjährigen Krieges rücken im Jahre 1762 800 preußische Soldaten auf ihrem Marsch nach Nürnberg in Weisendorf ein, plündern, nehmen alle Pferde mit und fordern 120 Taler.

1784 - 1813:
Graf Rummerskirch aus Böhmen kauft Weisendorf, er füllt den Schlossweiher mit 400 Fuhren Sand auf - damit verliert der Bau seinen Charakter als Wasserschloss.

Für die Bevölkerung beginnt nun wieder ein sehr tragischer und leidvoller Zeitabschnitt, in dem sich die Ereignisse überstürzen. Im Zuge des ersten Koalitionskrieges der europäischen Großmächte gegen das revolutionäre Frankreich rücken 1796 erstmals französische Truppen in Weisendorf ein. 1802 besetzen Pfalzbayerische Truppen das Hochstift Bamberg, welches im Reichsdeputationshauptschluss 1803 zu Bayern kommt. Das Amt Herzogenaurach und damit Weisendorf gelangen zu Preußen. Mit dessen Niederlage 1806 gegen Napoleon geraten die ehemaligen Hohenzollerischen Markgrafschaften Ansbach und Bayreuth endgültig unter französische Verwaltung, ehe sie 1810 bayerisch werden. In dieser wechselvollen Zeit müssen die Einwohner immer wieder Kosten für Truppeneinquartierungen aufbringen, welche schließlich so hoch werden, dass die Weisendorfer noch über Jahrzehnte hinweg darunter zu leiden haben.

1806 bestand das Rittergut Weisendorf aus:
o dem Schloss
o dem Ökonomiegebäude
o dem Amts- und Brauhaus
o dem Jägerhaus
o dem Schäferhaus
o fünf Wirtshäusern
o 97 Häusern mit kleinen Gärten und Nebengebäuden
o einer Mühle,
o dem Badhaus und der
o Judenschule mit Synagoge (Hauptstraße 17).

Hier zeigt sich die in vielem typische Bevölkerungspolitik innerhalb eines fränkischen Rittersit­zes, nämlich die Ansiedlung von Schutzjuden und - vor allem im 18.Jahrhun­dert - von Hintersas­sen; diese wohnten "hinter" dem Gutsherrn auf dessen Grund und arbeiteten meist als Tagelöhner auf dem Gut.

1818 gehört das "Pfarrdorf" Weisendorf (94 Haushalte, 193 Familien, 751 Einwohner) zum Gerichtsbezirk und Rentamt in Neustadt a.A.

Seit 1820 wird das Dorf endgültig als "Markt" bezeichnet. Jährlich wurden vier Märkte abgehalten, und zwar an den Sonntagen vor Fastnacht, Johanni, der Kirchweih und Kathrein.

Mittlerweile waren neue Häuser in der Kirchen- und Neustadter Straße und Am Windflügel entstanden.

1813 - 1882:

Gegen Ende der Napoleonischen Kriege erwirbt 1813 der k.u.k. österreichische und großherzoglich toskanische Kämmerer Franz Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg das mittlerweile königlich bayerisch gewordene Lehensgut Weisendorf. Von 1825-1882 herrscht dessen Sohn Hermann über das Dorf. Im Zuge der Bauernaufstände im März 1848 in ganz Franken kommt es auch in Weisendorf zu tumultartigen Ausschreitungen, Hermann von Guttenberg flieht mit seiner Familie ins sichere Würzburg. Für die Einwohner bringt die Revolution das Ende der Abgaben und Frondienste, sowie die langersehnte Auflösung des hiesigen Patrimonialgerichts I. Klasse. Weisendorf zählt 1860 rund hundert Häuser mit 155 Familien und 697 Einwohnern, davon sind 357 katholischen, 274 evangelischen und 66 jüdischen Glaubens. Zur jüdischen Gemeinde gehören zwölf Häuser, darunter die Synagoge mit Mikwe.

23. Juli 1876:

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Weisendorf

1885:

Der katholische Teil der Bevölkerung durfte bis dahin den Gottesdienst in der Schlosskapelle besuchen. Mit der steigenden Anzahl der Katholiken wird ein eigenes Gotteshaus notwendig, und die St.-Joseph-Kirche kann eingeweiht werden. Aber erst 1916 entsteht die katholische Pfarrei.

Um 1900:
Der Ringelblumenanbau erreicht seinen Höhepunkt und verhilft den Weisendorfern zu ihrem Spitznamen "Blumazupfa". Die Einwohner bauen die Ringelblume auf Feldern an, Aufkäufer liefern die Blütenblätter in die Großstädte, wo diese zu Salben, Tees, ja sogar zu falschem Safran verarbeitet werden.

1914-1945:
In beiden Weltkriegen müssen hohe Opfer gebracht werden, viele junge Weisendorfer fallen oder werden vermisst. 1945 rücken die Amerikaner ohne nennenswerte Gegenwehr in den Marktflecken ein. Das Schloss wird als Truppenunterkunft beschlagnahmt.

1946 - 1948:
Wegen des riesigen Zustroms an Flüchtlingen aus den Ostgebieten und dem Sudetenland, welche überwiegend im Schlossbereich untergebracht werden, verdoppelt sich die Einwohnerzahl. Viele gehen wieder, 1948 hat Weisendorf 1189 Einwohner, darunter rund 400 Flüchtlinge.

1957:
Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg übereignet das Schloss, welches sich in ruinösem Zustand befindet, dem karmelitischen Säkularinstitut Notre Dame de Vie. Die Angehörigen des Ordens beginnen mit der Renovierung des Gebäudekomplexes, welcher heute zum einen als Tagungsstätte, zum anderen als Ort der Zurückgezogenheit für die weltweit tätigen Schwestern dient.

1977:
Im Rahmen der Regionalplanung wird der Markt Weisendorf zum "Kleinzentrum" des Seebachgrundes auserkoren.

1978:
Die Verwaltungsgemeinschaft Weisendorf mit Oberreichenbach, Großenseebach, Heßdorf und Aurachtal entsteht.

1980:
Dreiteilung der VG Weisendorf - es entsteht die Marktgemeinde Weisendorf mit allen Ortsteilen in ihrer heutigen Form.

1985:
Fertigstellung und Einweihung der Mehrzweckhalle

1992:
Fertigstellung und Einweihung des Hochbehälters der zentralen Trinkwasser-Versorgungsanlage.

1993:
Bezug des Erweiterungsbaus der Volksschule Weisendorf.

2002:
Gottlieb Mai (CSU) geht nach 12 Jahren als Erster Bürgermeister in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Armin Stürmer von der Bürgerlichen Wählergemeinschaft (BWG).

2003:
Am 19.10.2003 finden zwei Bürgerentscheide zum Thema “Rathausstandort” für den geplanten Rathausneubau statt. Einrichtung von zwei Mittagsbetreuungsgruppen in der Volksschule Weisendorf. Die Mittagsbetreuung hat der Verein “Lebenhilfe” übernommen.

2004:
Neubau eines Kindergarten- und Hortgebäudes im Baugebiet “Gerbersleithe-West”.
Für die Freiwillige Feuerwehr Buch wird ein Tragkraftspritzenfahrzeug und eine Tragkraftspritze angeschafft.

2005:
Baubeginn für das neue Rathaus im Baugebiet “Gerbersleithe-West”.
Abbruch der alten Aussegnungshalle auf dem Friedhof an der Hauptstraße und Baubeginn für den Neubau.
Errichtung einer Urnenwand auf dem Waldfriedhof Weisendorf.

2006:
Einweihung und Bezug des neuen Rathauses.
Fertigstellung des Neubaues einer Aussegnungshalle auf dem Friedhof an der Hauptstraße.
Baubeginn für den Neubau einer Fahrzeughalle für die Freiwillige Feuerwehr Weisendorf.
Die Freiwillige Feuerwehr Rezelsdorf erhält ein Tragkraftspritzenfahrzeug und eine Tragkraftspritze.
Das alte Rathaus wird komplett abgerissen und es entsteht ein zentraler Parkplatz.

2007:
Am 04.11.2007 finden zwei Bürgerentscheide zum Aufstellungsverfahren des Bebauungsplanes zur Erweiterung des Gewerbegebietes “Weisendorf-Ost” statt.
Vertragsunterzeichnung für die DSL-Versorung von Weisendorf durch die Deutsche Telekom AG.

2008:
Herr Armin Stürmer von der Bürgerlichen Wählergemeinschaft (BWG-FW) wird nicht mehr zum 1. Bürgermeister gewählt. Sein Nachfolger wird Alexander Tritthart (CSU).
Im September wird der Neubau der Fahrzeughalle für die Freiwillige Feuerwehr Weisendorf eingeweiht.
Im Baugebiet “Gerbersleithe-West” wird ein Boule-Platz seiner Bestimmung übergeben.
Fertigstellung Radweg nach Großenseebach.
Fertigstellung Ortsdurchfahrt Reinersdorf.


Das Wappen: (Verliehen vom Staatsministerium des Innern mit Urkunde vom 30. November 1949)

Das Weisendorfer Wappen ist in zwei Hälften geteilt: Links zeigt es das Wappen des Bistums Bamberg, nämlich einen schwarzen Löwen mit roten Tatzen und roter Zunge auf goldenem Grund. Von links unten zieht sich ein silberner Schrägstrich nach rechts oben. Somit wird darauf hingewiesen, dass Weisendorf bis 1802 ein Lehen des Bistums war. Die rechte Hälfte zeigt typisch Weisendorferisches, nämlich eine Ringelblume mit gelber Blüte und grünem Stengel auf ebenfalls grünem Boden vor einem himmelblauen Hintergrund.

Quellen: Kellerführer II, Verlag Peter Sem
www.mein-steigerwald.de
www.weisendorf.de
www.karpfenradwege-franken.de